Nach dem erfolgreichen “Das Sakrileg – Da Vinci Code” kommt nun bereits die zweite Verfilmung eines Dan Brown-Meisterwerks in die Kinos. Der Protagonist wird dabei erneut von Tom Hanks gespielt.
Diesmal geht es erneut um den Harvard-Professor und Symbolologe Robert Langdon (Tom Hanks), der Beweise für eine Wiederauferstehung des Tod-geglaubten Geheimbundes Illuminati findet. In einer Forschungseinrichtung wird ein Behälter voller Antimaterie gestohlen, mit der man den kompletten Vatikan zerstören könnte. Mit der Wissenschaftlerin Vittoria Vetra versucht Langdon diesen Plan zu stoppen. Dan Brown lieferte die Vorlage für diesen Film. In seinem Roman “Illuminati” beschreibt er die Hintergründe des Illuminati-Ordens und die spannende Geschichte samt Wettlauf gegen die Zeit. Denn es sind lediglich 24 Stunden, die Robert Langdon Zeit hat, den Vatikan zu retten.
Thriller – USA 2009
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
- 138 Min. -
Verleih: Sony Pictures
Start: 13.05.2009
Regie: Ron Howard
Darsteller:
- Tom Hanks (als Robert Langdon)
- Ewan McGregor (als Carlo Ventresca)
- Ayelet July Zurer (als Vittoria Vetra)
Trailer:
Blynder-Kritik:
Dan Brown’s Bücher sind seit einigen Jahren ein wahres Phänomen. Während sein “Sakrileg” mehrere Millionen Mal über den Ladentisch gewandert ist, wird das Buch seitens der Kritiker in der Luft zerissen. Sprachlich und Stilistisch bewegt sich Dan Brown auf dem Niveau eines Zehntklässlers, so die Kritiker.
Auch die Filme von Regisseur Ron Howard erleben dieses selten dagewesene Phänomen. Auch diese werden kritisiert bis aufs Letzte. Der erfolgreiche Film “Sakrileg” wurde auf dem Filmfestival in Cannes regelrecht verissen. Selbst vor Buhrufen konnte sich der Film nicht retten. An den Kinokassen war der Film jedoch ein wahrer Hit. Besonders die Recherche von Dan Brown steht allzu oft in der Kritik. Viel zu häufig benutzt er historische Fakten gepaart mit durchsichtigen Fakes, die meist gar die Oberhand übernehmen. So soll die Story von “Sakrileg” auf einer kompletten Lüge basieren. Ein Code in Da Vinci’s Bildern gibt es nicht. Jedoch sollte man darüber hinaus bedenken, dass es sich immer noch um ein Roman handelt, der keine wissenschaftliche Tatsachen darstellen soll, sondern unterhalten will. Illuminati als Film hingegen, basiert scheinbar nicht komplett auf dem gleichnamigen Buch von Dan Brown. So fehlen einzelne Szenen und die Charaktere wurden stellenweise anders in den Film integriert. Szenen, die im Buch Sinn ergeben, werden im Film völlig anders dargestellt. Der Sinn der Geschichte wird damit oft genug verfälscht. So ist Vittoria Vetra lediglich eine Forschungsmitarbeiterin einer, in der Schweiz stationierten, Forschungsanstalt. Diese hat, mit samt eines Forschungsteam, Antimaterie erschaffen können. Warum Vittoria Vetra in den Vatikan eingeladen wurde, wird im Film nicht erklärt. Im Buch besteht das Forschungsteam allerdings lediglich aus zwei Personen: der angesprochenen Vittoria Vetra und ihrem Ziehvater. Dieser stirbt durch einen Mord, sein Auge wird entfernt und die Antimaterie gestohlen. Robert Langdon wird hier vom Leiter der Forschungsanstalt beauftragt, da auf dem Leichnam ein Illuminati-Brandzeichen gefunden wurde. Durch die emotionale Bindung zu Vittoria Vetra’s Ziehvater ergibt auch der Besuch im Vatikan für sie durchaus Sinn. Auch ihre dominante Art im Buch, bedingt auch durch ihre dort angesprochenen Gefühle, wirkt im Film aufgesetzt. Es bleiben stets offene Fragen: wieso ist sie überhaupt im Vatikan, warum reisst sie im Archiv des Vatikans wutentbrannt eine Seite aus einem Buch Galilei’s und sondergleichen. Für die Handlung ist sie im Film nur insofern wichtig, da sie immer einen Rat hat, wenn Protagonist Robert Langdon (gespielt von Tom Hanks) mal nicht weiter weiß. Dieser weiß ansonsten zu fast jedem Vorkommnis sofort Rat: eine scheinbar wandelnde Enzyklopädie.
Auch im Buch wirkt der eigentliche Protagonist eher blass. So ist er kein Protagonist im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Berater für eine oft wirre Geschichte, die jedoch durchaus interessant geschrieben wurde. Jedoch ist der Film an vielen Stellen undurchsichtiger als das Buch. So fehlen derart viele Querverweise, so dass man das Gefühl hat, das es lediglich eine Aneinanderreihung von wirren pseudohistorischen Theorien sein soll. Das die Illuminati aber eine derart interessante Geschichte hat, kommt im Film in keiner Sekunde herüber. Verwirrend auch, warum eine Kamera zwar ein Bild des verschollenen Behälters mitsamt der Antimaterie anzeigt, jedoch keiner Anstrengungen unternimmt, diese Kamera zu suchen. Die Kamera wurde mit “Nummer 86″ beziffert. Jedes andere Sicherheitsteam würde auf der Stelle jene Kamera aufsuchen. Die schweizer Garde im Film macht dies allerdings nicht. Lediglich im Buch wird anfangs direkt erklärt, dass sich die Kamera nicht mehr an der richtigen Stelle befindet. Im Film wird dies erst gegen Ende bewusst. Auch dass sich die ganze Geschichte in 24 Stunden abspielt, kann Ron Howard nicht wirklich gekonnt inszenieren. Eine Hetzjagd zwar, aber zwischendurch wird sich locker unterhalten, obwohl man nur noch 10 Minuten bis zu einem nächsten Kardinalmord hat.
Ansonsten bleiben sämtliche weitere Charaktere regelrecht charakterlos. Der Tod eines wichtigen schweizer Gardisten “Olivetti” wird zwar inszeniert, lässt den Zuschauer jedoch atemberaubend kalt. Warum auch eine Figur ohne Charakter nachtrauern? Zumal dieser Olivetti im Buch auch eine andere Position beherrscht.
Alles in allem ist Illuminati kein schlechter Film, aber auch nicht so gut, wie das Box Office preisgeben wird. Das Buch ist auch kein Meisterwerk, jedoch in meinen Augen gut, flüssig und spannend geschrieben. Eine interessante Geschichte, die gut unterhalten vermag. Grundsätzlich auch von Anfang bis Ende spannend. Da kann der Film leider nicht ansatzweise mithalten. Für Fans des Buches ist der Film “Illuminati” keine Empfehlung. Diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, werden sich sicherlich über einen ansprechenden Film freuen.
Weitere Informationen folgen…
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